Steilshoop ist ein Stadtteil in Hamburg und gehört zum Bezirk Wandsbek. Auf einer Fläche von 2,5 km² leben hier etwa 20.000 Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern. Die Siedlung hat leider keinen Anschluss an die S oder U-Bahn. Man kann sie jedoch mit den Buslinien 7, 118 und 26 von Barmbek bzw. Rübenkamp aus gut erreichen. In die andere Richtung gelangt man mit dem Bus der Linie 26 nach Rahlstedt.
Der Bereich besteht vor allem aus mehrgeschossigen Gebäuden und Hochhäusern, die meist kreisförmig angeordnet sind. Jeder Kreis umschließt einen begrünten und mit Spielgelegenheiten ausgestatteten Innenhof. Immer wieder sind Flächen mit Wandbildern verziert. Hauseingänge und Durchgänge zu den Innenhöfen wurden vielfach mit bunten Motiven gestaltet. So wirkt Steilshoop längst nicht so grau wie Siedlungen vergleichbarer Bauart.
Wichtiger Bestandteil des Stadtteils ist das Einkaufszentrum. Hier findet man auf zwei Ebenen Supermärkte, und verschiedene Einkaufsmöglichkeiten. Im Erdgeschoss befindet sich die Bücherhalle. Häufig finden hier Ausstellungen zu wechselnden Themen statt. Das Gelände neben dem Gebäude ist regelmäßig Schauplatz von Veranstaltungen und Flohmärkten.
Steilshoop ist ein sehr grüner Stadtteil. Kinder finden hier zahlreiche Möglichkeiten ihre Freizeit im Grünen zu verbringen. Falls ihnen die Innenhöfe der Siedlung nicht ausreichen, sind auch ein Schwimmbad, ein See, ausgedehnte Parkanlagen und Sportplätze schnell zu erreichen. Auch das Haus der Jugend ist ein beliebter Treffpunkt.
Der Stadtteil entstand Ende der 60er Jahre. Zuvor befanden sich hier viele Kleingärten.
Stadtteilgeschichte „Steilshoop“
Die älteste Urkunde, in der Steilshoop erwähnt wird, stammt vom 29.06.1347.
Es gab mehrere Schreibweisen, wie z.B. Steyleshop, Steylsehope, Stegelhoop, tome Steleshope, Steigelshoope, Steileshop, Steyelshoop, Steilshoep und Steyleshoepl
Ab 1700 hieß der Stadtteil „Steilshoop“.
Die Bedeutung des Namen „Steilshoop“ könnte als Hof auf einer steilen Höhe gedeutet werden oder sich aus dem Familiennamen des Ortsgründers herleiten.
1465 wird u.a. Steilshoop vom dänischen König Christian I. an die Hamburger Bürger Hoyger Tzerneholt und Clawes dem Swaren verpfändet.
Das Dorf „Steilshoop“ bestand bis in unser Jahrhundert hinein aus 3 Bauernhöfen, die auf derselben Seite entlang der Steilshooper Straße u. Steilshooper Allee lagen.
Kirchlich gehört der Ort seit seiner Entstehung zur Johanniskirche in Eppendorf. Am 01.07.1952 bekommt Steilshoop seinen eigenen Pfarrbezirk innerhalb der Bramfelder Kirchengemeinde. Am 07.01.1954 wurde ein 4500 qm großer Bauplatz von Herrn Paul Beißer erworben.Am 4. Advent 1954 wurde der Predigtsaal im Georg-Raloff-Ring eingeweiht. Seid 1972 finden dort keine Gottesdienste mehr statt.
Seit 1967 ist Steilshoop eine selbständige Kirchengemeinde.
Bramfeld und Steilshoop bilden seit 1949 einen gemeinsamen Ortsamtsbereich.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Steilshoop anfangs als „nicht bebaubares Außéngebiet“ ausgewiesen, so im Hamburger Aufbauplan von 1950 u. im Baustufenplan v. 1953.
1955 setzten die ersten Überlegungen für eine Wohnnutzung ein, die dann 1960 zum „Aufbauplan 60“ führten, in dem Steilshoop als „Untersuchungsgebiet“ gekennzeichnet wurde. 1961 wurde der Architektenwettbewerb ausgeschrieben.
1900 entstand der erste Gartenverein „Fieckendorf“.
1943-1970 bildete sich ein Kleingarten-Gemeinwesen aus rund 2200 Gärten und Häusern.
Chronologie
Nach Abschluß eines 15jährigen Planungsprozesses mit Architektenwettbewerb erfolgt die Grundsteinlegung am 14. Juli 1969 mit Block 3.
31.08.1972 Grundsteinlegung für Block 6 durch Bürgermeister Peter Schulz u. Bundeswohnungsbauminister Dr. Lauritz Lauritzen.
Okt,1970-Dez.1973 Bau der Gesamtschule
1971 Bau der Grundschule Edwin-Scharff-Ring
1972 Bau der Grundschule Seeredder
1972 Eröffnung der Beratungsstelle für Erwachsene, Jugendliche u. Kinder im Gropiusring 45
1972 eröffnet die Begegnungsstätte für ältere Menschen im Edwin-Scharff-Ring 41
1972 Einweihung der ev. Luth. Sozialzentrums Edwin-Scharff-Ring 43
1973 Entscheidung über die Gestaltung der Mittelachse Ost
1973-1975 Bau der Sportplatzanlage
1973 Einweihung der Schwimmhalle Fabriciusstraße
Pfingsten 1974 Einweihung d. ev. Luth. Gemeindezentrums „Blaue Kachel“
1974 Eröffnung d. Jugendverkehrsgartens
1974 Bau des Einkaufszentrums
04.01.1974 Das Haus der Jugend wurde offiziell eröffnet.
August 1974 eröffnet die Elternschule Steilshoop
05.05.1975 Eröffnung der Bücherhalle
1975 Erstes Gastspiel d. Altonaers Theaters in der Aula der Gesamtschule
1975 Fertigstellung u. Bezug d. kostenbegünstigten Sozialwohnungen Steilshooper Allee
1976 Bau der Firma Dralle
Sommer 1977 Das 1. Stadtteilfest
1977 Eröffnung des Kinos „Neues Waterloo“, später „Arsenal“
Oktober 1977 Weihe d. kath. St. Johannis-Kirche
1977 Eröffnung der Seniorenwohnanlage im Gagfah-Hesse-Haus
Pfingsten 1979 Evang. Kirchengemeinde gibt sich u. der Kirche den Namen „Martin-Luther-King“
1980/1981 Bau der Firma Nixdorf
15.06.1981 Villa Beißer wird unter Denkmalschutz gestellt
1988 Entstehung des allseits beliebte Stadtteilcafe, dass seit 1994 wegen gestrichener ABM-Gelder in seinem Bestehen bedroht ist
Seit 1970 tagt die „KOKO“ (Koordinierungskonferenz) aller Bauträger und Institutionen. U. a. treffen sich auch Steilshooper Mitmenschen zur gegenseitigen Information und gemeinsamer Entwicklung von Projekten.
Stadtteilgeschichte, Bedeutung Steilshooper Strassennamen ( Was steckt hinter den Strassennamen? )
Alfred-Mahlau-Weg (1972), Prof. Alfred Mahlau (1894-1967), Maler, Graphiker u. Kunsterzieher.
Allerskehre (1958), Christian Wilhelm Allers (1857-1915), Maler.
Borchertring (1973), Wolfgang Borchert (1921-1947),Hamburger Schriftsteller, schrieb das Antikriegsstück „Draußen vor der Tür“.
Bossardstraße (1955), Johann Michael Bossard (1874-1950), seit 1908 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Hamburg.
Cesar-Klein-Ring (1973), Prof. Cesar Klein (1876-1954), Maler, Graphiker u. Bühnenbildner.
Edwin-Scharff-Ring (1971), Edwin Scharff (1887-1955), Bildhauer u. Radierer.
Erich-Ziegel-Ring (1973), Erich Ziegel (1876-1950), Schauspieler, Regisseur, Intendant d. Hamburger Kammer- Spiele (am Besenbinderhof in den 20er Jahren.
Fehlinghöhe (1973), Jürgen Fehling (1885-1968), Schauspieler und Regisseur.
Fritz-Flinte-Ring (1970), Fritz Flinte (1876-1963), Maler.
Georg-Raloff-Ring (1972),Georg Raloff (1902-1965), 1956-1965 Bürgerschaftsabgeordneter, machte sich Um Steilshooper Kleingärten verdient.
Gropiusring (1972), Prof. Walter Gropius (1883-1960), Architekt, Begründer des „Bauhauses“.
Gründgenstraße (1971), Gustaf Gründgens (1899-1969), Schauspieler, Regisseur, 1955-1963 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg.
Gustav-Seitz-Weg (1972), Gustav Seitz (1906-1969), Bildhauer.
Hans-Mahler-Straße (1977), Hans Mahler (1900-1970), Schauspieler, Regisseur, Leiter des Ohnsorg-Theaters.
Hermann-Buck-Weg (1975), Hermann Buck (1888-1969), Mitglied der Bramfelder Gemeindevertretung vor 1933 u. des Ortsausschusses nach 1949, Bezirksabgeordneter.
Illiesweg (1955), Prof. Arthur Illies (1870-1952), Maler und Kunsterzieher.
Noldering (1962), Emil Nolde (1867-1956), Maler und Graphiker.
Otto-Burrmeister-Ring (1974), Otto Burrmeister (1899-1966), kaufm. Direktor d. Deutschen Schauspielhauses, Intendant d. Ruhrfestspiele.
Ruwoldtweg (1972), Hans Martin Ruwoldt (1891-1969), Bildhauer.
Schmachthäger Straße , das holsteinische Dorf Schmachthagen (im Kirchspiel Rahlstedt) wurde 1347 erstmals Erwähnt u. 1573 als „wüste Feldmark“ bezeichnet. Es war niedergelegt worden.
Schreyerring (1973), Lothar Schreyer (1886-1966), Maler u. Dramaturg.
Schurekstraße (1977), Paul Schurek (1890-1962), niederdeutscher Schriftsteller.
Steilshooper Allee (1971) das 1347 erstmals erwähnte Steilshoop war einst das Dorf des Steygel. Bis 1971 Teil der Steilshooper Straße.
Steilshooper Straße (1862), die Steilshooper Straße verläuft auf dem alten, erst seit 1877 teilweise gepflasterten Feldweg von Barmbek nach Steilshoop. Der in Steilshoop gelegene Teil hieß bis 1948 Bismarckstraße.