| Steilshoop: Kinderärztliche Versorgung bleibt ungewiss |
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Ob Erkältung, Standarduntersuchung oder ernsthafte Erkrankung: Der Kinderarzt ist für Eltern der erste und wichtigste Ansprechpartner, wenn es um die Kindergesundheit geht. In Steilshoop ist das seit Dezember vergangenen Jahres nicht mehr der Fall. Seitdem mit Jan Wiegand-Dressler der letzte Kinderarzt wegen zu geringer Bezahlung bei zu hoher Arbeitsbelastung von Steilshoop nach Poppenbüttel gezogen ist, (Abendblatt berichtete), sind 3800 Kinder ohne direkte kinderärztliche Versorgung. "Für die Familien hier im Viertel ist das tragisch", sagt Martina Stahl, die in Steilshoop als Quartiersmanagerin arbeitet. "Jeden Tag kommen Familien zu mir, um sich zu erkundigen, wann wieder eine Kinderarztpraxis eröffnet." Für Familien mit drei oder vier Kindern sei es mühselig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Kinderärzten in benachbarte Stadtteile wie beispielsweise Bramfeld zu fahren. "Einige Eltern weichen deshalb auf Allgemeinmediziner in Steilshoop aus. "Aber die Behandlung, besonders von kleinen Kindern, können sie natürlich nicht in dem Maße leisten wie ausgebildete Kinderspezialisten es tun", so Martina Stahl.
Laut Kassenärztlicher Vereinigung Hamburg (KVH) gibt es inzwischen zwei Praxen, die interessiert sind, die kinderärztliche Versorgung in Steilshoop aufzubauen. "Beide Praxen rechnen derzeit die betriebswirtschaftliche Situation durch", sagt Sprecherin Melanie Vollmert. "Wenn sich die Praxen für eine Niederlassung in Steilshoop entscheiden sollten, müssen sie einen Antrag auf eine Sonderbedarfszulassung an den Zulassungsausschuss stellen." Dieser entscheidet dann über eine Sonderbedarfszulassung. Dieser Antrag liegt jedoch noch nicht einmal vor. SPD-Abgeordnete um Thomas Böwer kritisieren die "Zwei-Klassen-Medizin" in Hamburg, die Ärzte aus Problemvierteln treibt. In einem Antrag an die Bürgerschaft fordern sie Sicherungszuschläge und finanzielle Anreize für Mediziner in sozial schwachen Vierteln. Um eine tatsächliche Unter- oder Überversorgung feststellen zu können, sollten jetzige Planungsgebiete in Sozialräume geändert werden. |
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